VRS soll Modellregion für modernen ÖPNV werden

Mit einem fraktionsübergreifenden Antrag zur Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Sieg wird die SPD-Forderung zur Bewerbung als Modellregion übernommen.

Dierk Timm, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, begrüßt die fraktionsübergreifende Initiative:

„Die Verkehrswende braucht ein entsprechendes Angebot und das wollen wir für den gesamten VRS. Für alle Fahrten im Verbund, rund um die Uhr zu einem attraktiven Preis. Ich freue mich, dass alle Fraktionen im VRS diesen Weg mitgehen.

Nach den schwierigen Verhandlungen zur letzten Preisrunde, in der wir erreicht haben, dass die automatische Preisspirale zumindest für die Einzeltickets gebrochen wurde, haben wir Sozialdemokraten klare Verbesserungen im Ticketangebot des VRS gefordert. Auch die Einführung eines 365-Euro-Tickets haben wir angeregt. Besonders wichtig ist mir aber auch, dass wir gemeinsam klar machen, dass dringend von Bund und Land die Kapazitäten insbesondere bei den Bahnverbindungen erhöht werden müssen. Ohne deutliche Verbesserungen wird das beste Ticketangebot die Leute nicht aus dem Auto holen können.“

Der VRS wird sich mit einem elektronischen Ticket (eTarif) für ein Modellprojekt im Rahmen des Klimapaketes der Bundesregierung bewerben. Das Modellprojekt soll sich insbesondere an Berufspendler richten. Der Zugang zum Projekt soll möglichst einfach mit dem eigenem Smartphone möglich sein, die monatlichen Kosten sollen durch einen attraktiven Preisdeckel von z.B. 34,10 Euro begrenzt werden.

Mit dem Beschluss hat die Zweckverbandsversammlung die VRS GmbH damit beauftragt, ein Konzept auszuarbeiten und den Fraktionsvorsitzenden Anfang 2020 vorzustellen.

Das nun vorgeschlagene Modell richtet sich vor allem an Pendler und Vielfahrer, die üblicherweise Nutzer von Abotickets sind (oder wären, wenn sie den ÖPNV nutzen würden). Für diese hat die SPD-Fraktion in der letzten Preisrunde eine abgeschwächte Preiserhöhung, statt der vorgeschlagenen deutlichen Preiserhöhung, verhandelt. Bei den Bartarifen konnten wir uns vollständig durchsetzen und eine Preiserhöhung verhindern. Gleichzeitig hatte wir dringend Verbesserungen im Ticketangebot gefordert.

Die Bewerbung als Modellregion birgt dazu die Chance. Ein echtes 365-Euroticket lässt sich aktuell leider nicht realisieren. Die Einführung einer zeitgemäßen Tarifinfrastruktur öffnet aber die Tür für eine Umsetzung.

Hintergrund zum VRS-eTarif-Pilotprojekt

Mit seinem bereits laufenden Pilotprojekt zum eTarif verfolgt der VRS einen innovativen und smartphonebasierten Tarifansatz: Der Fahrpreis richtet sich nicht nach Tarifzonen, sondern wird anhand der zurückgelegten Fahrtstrecke von einer App automatisch ermittelt. Der Testkunde zahlt also für die Verbindung zwischen Start- und Zielpunkt, und das nach der kürzesten Luftlinien-Entfernung. Der Test läuft seit April diesen Jahres, aktuell sind 5.200 Testkunden mit dabei, die bislang mehr als 58.000 Fahrten mit dem eTarif absolviert haben. Der eTarif soll mit dem Check in-/Check out-System die Nutzung des ÖPNV vereinfachen, da keinerlei Tarifkenntnisse notwendig sind, außerdem soll er fairere Preise ermöglichen. Bis maximal 30. Juni 2020 können Interessierte den innovativen Tarifansatz ausprobieren. Nähere Informationen unter www.vrs.de/etarif.

 

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