Das drohende Frischemarkt-Fiasko

Bild: Von Superbass - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Momentan kann man der Presse wieder entnehmen, dass der Kölner Rat wohl kurz davor steht, die Verlagerung des Großmarkts nach Marsdorf zu beschließen. Seit über zehn Jahren ist dazu unsere Haltung und die der gesamten Politik im Rhein-Erft-Kreis klar. Die Pläne werden einhellig abgelehnt.

Es ist eindeutig, dass ein Großmarkt in Marsdorf die Städte Frechen, Hürth und Pulheim extrem mit Lieferverkehr belasten würde. Die Infrastruktur in der Umgebung ist auf ein solches Projekt nicht eingestellt. Die umliegenden Städte müssten zum Beispiel massiv Kreuzungen umbauen und Straßen ausbauen.

Kölner Stümperei, diesmal zu Lasten des Rhein-Erft-Kreises

Damit werden die Folgekosten einer Großmarktverlagerung von Köln zum großen Teil auf die umliegenden Städte abgewälzt, genau so wie die Umweltprobleme und die Lärmbelastung. Allerdings ist auch die zuständige Kölner Bezirksvertretung gegen die Verlagerungspläne, aber das scheint den Stadtrat und die Kölner Verwaltung nicht zu stören.

Alternativen zum Standort Marsdorf haben wir auch im Rhein-Erft-Kreis aufgezeigt. Leider hat sich die Kölner Verwaltung durch jahrelange Untätigkeit selber die Hände gebunden. So wurden alle Alternativvorschläge mit teilweise wenig überzeugenden Begründungen verworfen.

Ich habe für die SPD-Kreistagsfraktion dem Landrat unsere Unterstützung bei allen Versuchen zugesichert, die Verlagerung nach Marsdorf zu verhindern. Ich wollte aber auch vom Landrat wissen, was er bisher getan hat, um der Verlagerung entgegenzuwirken. Außerdem interessiert es mich, ob er einen Plan hat, wie er nach einem möglichen Beschluss des Kölner Stadtrates reagieren will.

Mein vollständiger Brief an Landrat Kreuzberg:

27.06.2017

Sehr geehrter Herr Landrat,

der Kreistag des Rhein-Erft-Kreises hat sich wiederholt, zuletzt mit einem einstimmigen Beschluss am 25.06.2015, gegen die Ansiedlung des Kölner Großmarkts am Standort Marsdorf ausgesprochen. Ausschlaggebend dafür sind die zu erwartenden gravierenden ökologischen und verkehrlichen Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Erft-Kreis, insbesondere in den Städten Frechen und Hürth.

Die Prüfung alternativer Standorte hat zu keinem positiven Ergebnis geführt – das war seitens der Stadt Köln aber möglicherweise auch nie ernsthaft beabsichtigt, jedenfalls deuten die Berichte über die Verwaltungsgespräche darauf hin.

Den Medien ist zu entnehmen, dass die Stadt Köln offenbar weiterhin am Standort Marsdorf festhält und möglicherweise noch vor den Sommerferien ein Beschluss dazu fassen wird.

Wir bitten Sie um Auskunft, was Sie im Nachgang zu dem o. g. Kreistagsbeschluss in dieser Sache unternommen haben und was Sie jetzt zu unternehmen gedenken, um die Ansiedlung in Marsdorf zu verhindern.

Wir möchten Ihnen bei Ihren Bemühungen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Kreis unsere volle Unterstützung zusichern.

Mit freundlichen Grüßen

Dierk Timm

Fraktionsvorsitzender

 

 

 

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